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Geschichtliches über St. Bartholomäus

 

Kaiserslautern-Erlenbach und der Gersweilerhof gehörten ursprünglich als Hofgüter den Zisterziensern in Otterberg. Kaiser Otto IV. hatte dort 1145 das Kloster gründen und ihm meh-rere Besitzungen zukommen lassen. In Erlenbach hat es eine Nikolauskapelle im damaligen Ortsmittelpunkt am Röhrbrunnen gegeben.

Belegt ist, dass 1218 ein Taufstein der Abteikirche Otterberg in die Kapelle von Erlenbach kam. Da Erlenbach an einer wichtigen freien Reichs-straße über Otterberg und Heiligenmoschel nach Bad Kreuznach lag, ist verständlich, dass die hier befindliche Kapelle dem Heiligen Nikolaus, dem Patron der Reisenden, gewidmet war.

1455 ist ein Streit zwischen Erlenbach und dem Kloster Otterberg dokumentiert, in dem es um Erhaltungsmaßnahmen an der Kapelle ging. Als im Zuge der Reformation der letzte Abt des Klosters Otterberg wegging, wurde 1561 der katholische Kultus aufgehoben, Erlenbach wurde reformierte Pfarrei und die Kapelle verschwand. Heute ist nichts mehr von ihr erhalten.

In späterer Zeit besuchten die Katholiken aus Erlenbach und vom Gersweilerhof die Gottesdienste im Kloster Otterberg. 

 

Die Wurzeln von Morlautern reichen weit bis in die Zeit der Kelten zurück. Erstmals schriftlich erwähnt wird 1215 ein „Hof in Morluter mit Wald und allem was dazu gehört“, der dem Prämonstratenser-Stift in Kaiserslautern gehörte. Später kam auch Morlautern zum Kloster Otterberg.

Ein erstes christliches Zeichen stellt ein auf dem Gelände des ehe-maligen Hofguts an der Otterbacher Straße gefundener behauener Sandstein dar, der ein florales Motiv zeigt, ähnlich einer Lilie, die ein weit verbreitetes Symbol für Maria war. 
Es wird davon ausgegangen, dass dieser Stein Teil einer Marienkapelle war, die an der Westseite des Hauses Otterbacher Str. 3a
stand.

Es ist dokumentiert, dass hier im Jahr 1444 ein Schiedsspruch gefällt wurde, die Kapelle selbst ist wahrscheinlich sehr viel älter gewesen. Der gefundene Sandstein befindet sich heute in der Kirche St. Bartholomäus.


Lange Zeit nahmen auch die Katholiken von Morlautern den weiten und manchmal beschwerlichen Weg zum Gottesdienst in die Abteikirche nach Otterberg auf sich.

In Morlautern gab es nur ein einziges Zeichen katholischen Lebens: Bei kirchlichen Festen läutete eine Glocke im Morlauterer Glockenturm. Den hatte die politische Gemeinde 1857 erbauen lassen und in ihm waren je eine protestantische und eine katholische Glocke vorhanden, die zu den jeweiligen Festen läutete.


Schließlich wurde 1911 in der Gewann „Im Kirschgarten“ in Morlautern Gelände für den Bau einer katholischen Kirche bereitgestellt. Vor dem Ersten Weltkrieg hatte der Katholische Kirchenbauverein zwar Geld für eine Kirche gesammelt, aber die Inflation von 1923 ließ dieses Geld zerrinnen. 1927 wurde die erste Kirchenverwaltung Morlauterns gewählt und der endgültige Beschluss zum Bau einer eigenen Kirche am 09. März 1927 gefällt. Im Dezember 1927 wurde der Grundstein gelegt. Ermöglicht wurde der Bau durch den Katholischen Kirchenbauverein Morlautern. Mit ihrem Engagement brachten die Gläubigen viel Geld auf und leisteten
selbst viel Arbeit.

Der Kirchenbau ist ein Entwurf des Architekten Rudolf von Pérignon, München, der aus Landstuhl stammte und bereits andere Gebäude in der Region entworfen hatte. Die Kirche St. Bartholomäus in Kaiserslautern-Morlautern wurde am 09. Mai 1929 durch Bischof Dr. Ludwig Sebastian geweiht. 

Der Innenausbau war zu dieser Zeit noch keineswegs fertiggestellt. Erst 1932 wurden ein Altar und ein Tabernakel in Auftrag gegeben und 1934 konnten drei Glocken angeschafft werden.

Zu dieser Zeit war die Kirchengemeinde St. Bartholomäus nicht eigenständig, sondern ab 1940 Expositur (Seelsorgebezirk ohne eigene Vermögensverwaltung) der Abteikirchen-gemeinde Otterberg. Als erster Expositus (Seelsorger) kam Alois Greiff nach Morlautern.

In der Nacht vom 28. September 1944 wurde die katholische Kirche in Morlautern durch einen Bombenangriff ein Raub der Flammen. Die Kirche brannte bis auf die Grundmauern nieder. Der Angriff zerstörte auch 56 Häuser in Morlautern, das Rathaus und ein Haus, das mit zwei zusätzlichen Klassenräumen als zweites Schulhaus diente. 

 

Quellenangaben:
Friedel, Heinz: Aus der Geschichte Morlauterns. Aus: Kaiserslautern Stadt und Land. 1970. S. 9-14. 
Friedel, Heinz: Der Stadtteil Erlenbach. Aus: Kaiserslautern Stadt und Land. 1971. S. 12-17.
Lorenz, Josef: Geschichte und Geschichten aus Morlautern. Verlag Franz Arbogast, Otterbach 1993, ISBN 3-87022-187-9 
Lorenz,Josef und Heil, Otto: Bilder aus Morlautern. Verlag Franz Arbogast, Otterbach 1995, ISBN 3-87022-223-9 
Wilking, Karl: Auf der Höhe der Morluter. Die Vor- und Frühgeschichte von Morlautern. Kaiserslautern. 2010.